Innovation durch den „Blick über den Tellerrand“

Wer sitzt eigentlich in der Jury des 13. Investforum Pitch-Days? Die Antwort darauf hat unsere neue Rubrik: In „Fünf Fragen an die Pitch-Day-Jury“ sprechen ausgewählte JurorInnen über ihre Arbeit, ihre Motivation und die Philosophie ihrer Unternehmen. Im Interview: Andreas Haschke von den Stadtwerken Halle

Andreas Haschke – Stadtwerke Halle GmbH

Andreas Haschke ist Geschäftsführer der Container Terminal Halle (Saale) GmbH, ein Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle GmbH (SWH). Die SWH als kommunales Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen sind Halles größter Arbeitsgeber und zählen zu den stärksten Wirtschaftsunternehmen in Ostdeutschland. Ihre umfassenden Leistungen beinhalten neben der Energie- und Wasserversorgung auch den öffentlichen Personennahverkehr sowie die Abfallentsorgung, Straßenreinigung, den Winterdienst, Logistik-, Deponie- und Infrastrukturleistungen in der Region. Auf der Suche nach neuen Technologien, besonders in Sachen Klima- und Umweltschutz, und somit für einen zukunftsfähigen Kurs seines Unternehmens hält Andreas Haschke regelmäßigen Kontakt zur mitteldeutschen Gründerszene. So gehören die SWH bereits seit einigen Jahren zu den Sponsoren des Investforum Pitch-Days.

Aus welchem Grund suchen die Stadtwerke Halle den Kontakt zur lokalen Startup-Kultur?

Für die Stadtwerke Halle ist es neben der täglichen Optimierung und perspektivischen Gestaltung von Prozessen durch unsere Kolleginnen und Kollegen wichtig, den Blick über „den Tellerrand zu wagen“. Nichts liegt dabei näher als die gut funktionierenden Netzwerke zu unseren bestehenden regionalen Partnern und denen, die es werden können zu suchen und auszubauen! Ideen, ob in Form von technischer oder prozessualer Innovation suchen wir dabei natürlich auch bei jungen Unternehmen und deren Unternehmer*innen.

Wovon profitieren Startups bei einer Zusammenarbeit mit Ihnen?

Wir glauben, dass der Profit für Startups in erster Linie dadurch entsteht, dass wir ein unkomplizierter und aufgeschlossener Partner sind, der zuhört und mitdenkt. Wir bilden uns nicht ein, dass „Rad neu erfinden zu müssen“, sondern vertrauen auf den Prozess einer gemeinsamen Entwicklung oder Weiterentwicklung von einsetzbaren Innovationen. Demzufolge versuchen wir auch die möglichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Das können Expertise oder Infrastruktur gleichermaßen sein.

In zweiter Linie ist es wohl die breite Palette von Dienstleistungen und Produkten der Daseinsvorsorge, die die Stadtwerke tagtäglich auf einem hohen Niveau anbieten. So bieten wir immer die Möglichkeit ganzheitlicher und gleichermaßen vielseitiger Ansätze für die Implementierung neuer Ideen, in den gesamten Tagesverlauf einer modernen Stadt.

Auch das Stück Solidität und Demut, die es braucht, um vernünftig und zugleich nachhaltig zu agieren, geben wir jungen Unternehmerinnen und Unternehmern gerne mit auf den Weg.

Andreas Haschke (r.) überreicht beim Investforum Pitch-Day 2020 den durch die Stadtwerke Halle gesponserten Startup-Preis.

Welche Vorteile bietet Halle aus Ihrer Sicht als Gründungsstandort?

Der Standort Halle bietet aus unserer Sicht ein sehr breites Spektrum an Branchen und Dienstleistungen ab. Diese gepaart mit einer hohen Dichte an Forschungs- und Entwicklungsinstituten und einer hohen Verlässlichkeit des Netzwerkes, sind aus unserer Sicht gute Voraussetzungen für Gründung und Entwicklung in der Saalestadt. Hinzu kommt natürlich, dass Halle auf Grund seiner breiten universitären Bildungs- und Kulturlandschaft ein hervorragender Herd für dynamisches und frisches Wachstum sein kann.

Woran erkennen Sie einen guten Gründer/eine gute Gründerin?

Vielleicht darf man hier die Floskel bemühen: „Der Weg ist das Ziel“. Das Ziel einer solchen Kooperation sollte es für uns sein, eine Technik zum Einsatz zu bringen oder grundsätzlich eine Idee zu realisieren. Am Ende gelingt das aber aus verschiedenen Gründen nicht immer. Wichtig für den Erfolg sind in erster Linie aber die Menschen und ihr Einsatz.

In allen Projektphasen unternehmerisch, agil, vertrauensvoll und zuverlässig zu reagieren sind für uns Eigenschaften, die wir einem „guten Gründer“ zurechnen würden. Das heißt, dass auch das „Richtige Scheitern“ mit den richtigen Konsequenzen zu einem „guten Gründer“ gehören kann. Wichtig ist, was wir daraus machen!

Was reizt Sie persönlich besonders an der Zusammenarbeit mit Startups?

Wir reden in dem Zusammenhang gerne von Unternehmerinnen und Unternehmern. Das ist es auch was wir schätzen! Unternehmertum, solide Risikobereitschaft, Engagement, Ehrgeiz und natürlich der gewisse Reiz an etwas Neuem, vielleicht sogar Einzigartigem zu arbeiten. An anderer Stelle fordert uns das dazu auf, uns diese Eigenschaften zu erhalten und für die Bürgerinnen und Bürger Leistungen im Rahmen der Daseinsvorsorge effizient, kostengünstig und zukunftsorientiert anzubieten. Und ein bisschen cool wollen wir neben unserer Solidität auch sein!

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