Paxly: Mit individuellen Wünschen zum idealen Hersteller

Ewig auf der Suche nach dem besten Hersteller eurer maßgefertigten Kartons? Wünsche äußern, Angebote einholen und Bestellen funktioniert mit „Paxly“ wie von selbst.

Vier Ecken, sechs Flächen, zwölf Kanten: Auf den ersten Blick wirkt ein handelsüblicher Karton aus Wellpappe recht unspektakulär. Doch Karton ist nicht gleich Karton. Inmitten des täglichen Bedarfs von E-Commerce-Händlern, Lebensmittelproduzenten, Pharmaunternehmen, Baustoff- und landwirtschaftlichen Branchen muss der umweltfreundliche Allrounder den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden. So dient er manchem nicht nur als sicheres Transportmittel, sondern auch für Werbezwecke mit entsprechenden optischen Ansprüchen. Andere wiederum setzen auf die besonders hohe Tragkraft des Materials. Insgesamt lassen sich bei einem Karton über 30 verschiedene Eigenschaften bestimmen. Doch wie lässt sich aus all diesen Möglichkeiten der ideale Hersteller für individuelle Anforderungen finden? Die Antwort darauf hat „Paxly“ – der erste Online-Marktplatz für Wellpappe in Deutschland.

Weniger Aufwand für Käufer und Verkäufer

Die Vermittlungsplattform bietet eine standardisierte Oberfläche, die es Kunden ermöglicht, ihre Kartons entsprechend ihrer persönlichen Kriterien wie Abmessungen, Bauart, Falten und Qualität zu konfigurieren. Anschließend werden über einen Algorithmus die im System registrierten Verpackungsfirmen auf die gewünschten Anforderungen gefiltert. Im Ergebnis erhält der Kunde ein auf ihn zugeschnittenes Angebot, er trifft seine Wahl und kann die Bestellung online aufgeben. „Wer sich diesen Prozess genau anschaut, wird überrascht sein, wie komplex das Produkt Wellpappverpackung ist“, erklärt Thomas Auer, CEO des im südlichen Sachsen-Anhalt gegründeten Unternehmens. Umso größer ist damit der Ansporn, seinen Kunden die Qual der Wahl zu erleichtern. So können Nutzer in Sonderfällen auch direkt auf das Startup zukommen und über ein Onlinetool eine Beratung anfordern. Während Großunternehmen eigens für diese Aufgabe auf Angestellte setzen, die direkt mit den Herstellern in Kontakt stehen, geht für kleine und mittelständige Unternehmen viel Zeit bei der Händlersuche verloren. Mit Paxly dürfte sich dieses Problem erledigt haben.

Zeiteinsparungen sind nicht nur auf Käuferseite der große Vorteil. Bevor ein individuelles Angebot für einen Kunden geschrieben werden kann, seien oft zwei bis vier Telefonate erforderlich. „Fast jede zweite Anfrage ist für die Hersteller technisch nicht umsetzbar. Das wird allerdings meist erst später erkannt“, weiß der 27-jährige Geschäftsführer um den unnötigen Aufwand. Paxly hingegen stellt dem Hersteller komplett aufbereitete Anfragen, die in das Portfolio passen. Für die Registrierung werden lediglich die Daten der vorhandenen Maschinen benötigt. Durch einen Algorithmus ist das System in der Lage, zu erkennen, ob ein Hersteller für die Erfüllung der individuellen Kundenwünsche in Frage kommt. Das Startup will zwischen Käufern und Verkäufern (Business-to-Business) vermitteln. „Wir sehen uns als virtueller Außendienstmitarbeiter, der nur im Erfolgsfall Geld kostet“, formuliert es Auer. Der Umsatz des Unternehmens wird durch die Verkaufsprovisionen der Verkäufer generiert. Für den Kunden ist die Anbietersuche kostenlos. Generell sei man auch offen für Gespräche mit einem Investor, so der CEO, inwieweit eine Zusammenarbeit entstehen könne, sei dabei aber vom Einzelfall abhängig.

Alexander Dürr (v.l.), Torsten Beyenbach und Thomas Auer gründeten den ersten Online-Marktplatz für Wellpappe in Deutschland. Foto: Paxly

Fachkenntnis aus Deutschland und Österreich

Der Ideengeber hinter der Firma ist CSO Torsten Beyenbach. Er ist seit vielen Jahren in der Branche tätig und erhielt in dieser Zeit tiefe Einblicke in die Herausforderungen, mit denen Hersteller, Kunden als auch Händler täglich konfrontiert werden. Durch den hohen Kommunikationsaufwand zwischen Kunden und Herstellern, den er regelmäßig betreiben musste, entdeckte er die Marktlücke, die mit Paxly nun gefüllt wird. Online-Marktplätze für Standardkartons gebe es bereits, jedoch würden die Anfragen vieler Kunden immer individueller werden. Um seine Idee in die Tat umzusetzen, konnte Torsten Beyenbach mit den beiden Österreichern Thomas Auer als Projektmanager und Unternehmensberater sowie dem IT-Fachmann Alexander Dürr zwei Mitgründer mit dem nötigen Know-how gewinnen. Im Juli 2018 begann die Entwicklung. „Mithilfe des Investforum Startup-Services gelang uns die Förderung über das ego.-START-Programm des Landes Sachsen-Anhalt“, erzählt Thomas Auer rückblickend. Seine Heimat Österreich ist auch der Grund, weshalb sich der Zielgruppenraum des Unternehmens nicht nur auf Deutschland, sondern auch das Nachbarland fokussiert. Ab April, so lautet das Ziel, sollen die ersten Umsätze generiert werden. Eine kürzlich gestartete Akquise-Phase, in die auch große Teile des Kapitals fließt, sorgt dafür, Paxly in der Branche bekanntzumachen. Dabei profitieren die Gründer auch durch ihre persönlichen Netzwerke. „Das Feedback ist sehr positiv“, zeigt sich Auer zufrieden. Bereits jetzt, einen Monat nach der Gründung im Januar 2018 registrierten sich mehr Hersteller als erwartet. Viele weitere zeigen großes Interesse.

Den regionalen Markt fördern

Der Wunsch des Gründerteams besteht auch darin, durch Paxly den regionalen Markt zu stärken. Wer Verpackungsmaterial für mehrere Standorte seiner Firma benötigt, kommt durch den geringeren Aufwand schnell in die Versuchung, Kartons für alle Standorte vom selben Großhändler zu beziehen. Paxly setzt stattdessen auf die Lösung mehrerer, regionaler Anbieter und behält für seinen Nutzer den Überblick vom Einkauf bis zur Lieferung. „Der Kunde hat damit trotzdem nur einen Ansprechpartner und erhält von regionalen Firmen oftmals das bessere Angebot. Lieferkosten machen einen beachtlichen Teil aus“, zeigt Thomas Auer den Vorteil auf. Langfristig will sich das Gründerteam für mittelständische Unternehmen auf Käufer- und Verkäuferseite etabliert haben. Perspektivisch nicht nur in Deutschland und Österreich, sondern wohlmöglich auch Teilen Italiens. Einen weiteren Fokus auf andere Verpackungsmaterialen schließt Thomas Auer grundsätzlich nicht aus. Zunächst gilt jedoch sein Wunsch: „Wer an Wellpappe denkt, der soll dabei an Paxly denken.“

→ Zur Paxly-Website

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