Startup-Kultur trifft Medientechnik

Die Location für den Pitch-Day 2021 hat Gründer*innen mehr zu bieten als moderne Architektur und Saale-Blick. Ein Gespräch mit Geschäftsführer Andreas Nowak über das Mitteldeutsche Multimediazentrum.

Der Investforum Pitch-Day ist für seine Gäste und Teilnehmer*innen die Möglichkeit zum Austausch, um neue Kontakte zu knüpfen und für viele Gründer*innen die Chance auf das zukunftsweisende Investment. Ihre besondere Atmosphäre erhält die Veranstaltung nicht zuletzt durch ihre Location. Die Auswahl trägt dazu bei, dass jeder der vergangenen 12 Pitch-Days durch sein individuelles Flair in Erinnerung bleibt. Es gilt: Ein spannendes Ambiente sorgt für spannende Gespräche. In diesem Jahr begeben sich die Gäste mit ihrer Teilnahme an einen der modernsten Medienstandorte in Mitteldeutschland. Viele Kinofilme erhielten in seinen Postproduktionsstudios den letzten Feinschliff und Startups sind hier auch ohne Pitch-Day an der richtigen Adresse.

„Wie in einer WG“

Das Mitteldeutsche Multimediazentrum (MMZ) in Halle hat durch seine einprägsame Architektur echten Wiedererkennungswert. Am Rande der Altstadt gelegen bietet es Startups am 23. September direkt an der Saale einen Raum, um zahlreiche Kapitalgeber*innen zu überzeugen. Der Startup-Vibe gehört allerdings auch abseits des Pitch-Days zur MMZ-Philosophie. Denn während im Erdgeschoss Großveranstaltungen, Tagungen und Seminare stattfinden, stehen in den 158 Büroräumen die Zeichen auf Medienproduktion und Kreativität.

Von der Architektin zur Presseagentur zum Softwareentwickler: Wer mit seinem Geschäftsmodell in der Kultur- und Kreativbranche zuhause ist, hat die Grundvoraussetzung für die Nutzung der Räume im MMZ bereits erfüllt. Derzeit teilen sich rund 70 Unternehmen und Selbstständige die Räumlichkeiten mit den Medien- und Kommunikationswissenschaftler*innen der Martin-Luther-Universität Halle. „Es ist ein bisschen wie in einer WG“, sagt MMZ-Geschäftsführer Andreas Nowak. Tägliche Begegnungen der Mieter*innen auf den Fluren oder in der Teeküche bestimmen die Arbeitsatmosphäre wie in einem Coworking-Space. Die sich ständig verändernde Gründergemeinschaft bildet ein buntes Portfolio aus Film- und Webwirtschaft.

Gerade Gründer*innen, die erste Erfahrungen als Jungunternehmer*innen sammeln möchten, finden im MMZ gute Voraussetzungen dafür. Sie können ein Büro monatlich mieten. „Schnupperbüro“, nennt Andreas Nowak die Möglichkeit, die z.B. besonders nach dem Studium attraktiv ist, wenn zahlreiche, potenzielle Ideen für die Selbstständigkeit ausgetestet werden wollen. Das Angebot passt zum Konzept der Startup-Spontanität. „Ich zeige Interessierten die Büros, sind sie einverstanden und haben einen Laptop dabei, können sie sofort loslegen“, sagt er. Die Büros sind zum Teil frisch renoviert, und auch jetzt laufen hier und da noch letzte Sanierungsmaßnahmen. Grund dafür ist die Flutkatastrophe 2013, bei der das Wasser der Saale in die unteren Etagen eindrang und sie stark beschädigte. Doch schon 2015 hat sich das MMZ mit einem im deutschsprachigen Raum einzigartigen Angebot zurückgemeldet.

Postproduktion mit High-Tech-Ausstattung

Das neue Atmos-Studio zur Postproduktion von audiovisuellen Inhalten bietet einen besonderen, Dolby-lizensierten Raumklang. „Diese spezielle Akustik gibt es weltweit nur in fünf weiteren Studios“, weiß Nowak. Für ein vergleichbares Klangerlebnis in nächster Nähe könne man höchstens in die Tonstudios an der Abbey Road in London ausweichen. Für die Postproduktion stehen außerdem ein Studio für die Bildbearbeitung sowie zukünftig auch ein Sprachaufnahmeraum zur Verfügung. Ansässige Firmen haben somit modernste Medientechnik in direkter Nachbarschaft. Besonders Kinderfilme kamen aus der Postproduktionsstätte im MMZ – „Die kleine Hexe“, „Heidi“ oder „Alfons Zitterbacke“ sind nur einige von ihnen. Auch das Drama „24 Wochen“, Eröffnungsfilm auf der Berlinale 2016, erhielt durch das Colour Grading im MMZ seinen Feinschliff. Andreas Nowak ist stolz über die Erfolge, zu denen das MMZ ein Stück weit beitragen konnte und hofft, dass in Zukunft weitere junge Firmen die Studios für ihre Arbeiten nutzen.

Blick in das Dolby-Atmos-Studio
Ein Dolby lizensiertes Atmos-Studio bietet Gründer*innen ein High-Tech-Angebot zur Postproduktion. Foto: Jan Sobotka/MMZ

Für viele Unternehmen hat der Weg zum Erfolg im MMZ begonnen. Und auch wenn die Zeichen auf Auszug stehen, ist es häufig kein Abschied von der Händelstadt. So hat sich MotionWorks, mittlerweile eines der größten Animationsfilmstudios in Deutschland, nur einige Straßen weiter niedergelassen; die Postproduktionsfirma Metrix zog auf den Weinberg Campus in den Westen der Stadt. „Die Firmen bleiben in der Region, in der die Zeichen auf Wachstum stehen“, sagt Andreas Nowak. So entsteht in der Nähe des MMZ ein Planetarium, das Saline-Museum auf der gegenüberliegenden Uferseite wird im Zuge des Stadtentwicklung ebenfalls saniert.

Im über 1000 Quadratmeter großen Veranstaltungsbereich des MMZ werden nach dem Hochwasser 2013 derzeit noch letzte Arbeiten erledigt. Der Pitch-Day wird dann in diesem Jahr „das erste große Highlight bei uns“, freut sich Andreas Nowak. So sei ein Gründerzentrum wie das MMZ der perfekte Ort, um Startups und Kapitalgeber*innen in der Stadt zu empfangen. Und vielleicht beginnt für einige Startups am 23. September auch eine weitere erfolgreiche Gründungsgeschichte im Multimediazentrum Halle.

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